iPad und Chrome-OS-Netbook auf Kollisionskurs PDF Drucken E-Mail

apple-vs-googleVor fast genau einem Jahr spekulierte die Gerüchteküche noch, ob Apple einen Tablet Mac oder ein Apple Netbook in der Mache habe. Allerdings hatte sich Steve Jobs bereits Ende 2008 gegen ein Netbook ausgesprochen. „Wir wissen nicht, wie man einen 500-Dollar-Computer bauen sollte, der nicht Schrott ist“

Diese Position machte Steve Jobs vergangenen Mittwoch nochmals deutlich. „Netbooks sind nicht besser bei irgendetwas“. Wenige Minuten später wurde sodann das Apple iPad enthüllt. Apple war dementsprechend ausschließlich gegen ein leistungsschwaches Netbook, aber der Meinung, dass ein Produkt zwischen vollfunktionalem Laptop und Mobiltelefon (Smartphone) fehlt. Genau diesen Zwischenraum möchte man mit dem iPad schließen, das absolut jedem bisher enthüllten Netbook überlegen sein soll.

Google ist unterdessen ebenso dazu übergeschwungen, ein entsprechendes Produkt zwischen Laptop und Mobiltelefon zu positionieren. Im Gegensatz zu Apple, ist man von einem Netbook überzeugt. Insbesondere das ist der Grund für das hauseigene Google Chrome OS, das man im vergangenen Jahr enthüllte.

Somit befinden sich Apple und Google auf Kollisionskurs, im Wettstreit das eigene Produkt im selben Marktsegment zu positionieren.

Es muss sich nun zeigen, ob die Leute lieber ein iPad anstatt eines Netbooks kaufen. Das dürfte natürlich je nach Klientel verschieden sein. Wer ohnehin technikinteressiert ist, dürfte sicherlich eher auch ein Netbook kaufen.  Andere kaufen entweder iPad oder Netbook. Allerdings ist Steve Jobs Strategie grundlegend darauf ausgelegt, dass ausschließlich das Apple iPad gekauft wird. Es sei nämlich nicht verständlich, wie man einen billigen, leistungsschwachen PC einem Apple iPad vorziehen kann.

Im Gegensatz zu Apple, die das iPad bereits ab März ausliefern wollen, soll das Google-Netbook frühestens im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das Google Chrome-OS soll dafür nur minimale Anforderungen an die Hardware stellen, ausgenommen einer physikalischen Tastatur. Selbst Google ist dabei bewusst, dass es äußerst schwer wird, dem reizvollen, chicken Tablet Mac Parole zu bieten. Deswegen setzt man auf die Tugenden des Computers und möchte so das Netbook für viele Menschen interessant machen.

Der wesentlich interessantere Teil ist dagegen, welche Applikationen in Zukunft für die beiden Konkurrenten entwickelt werden. Diese Entwicklung ist stark vom Erfolg abhängig, umso mehr mögliche Kunden, desto interessanter das Segment. Paradebeispiel ist dafür ohne Wenn und Aber der App Store.

Google möchte seine Kunden dazu bewegen, alles in Applikationen im Google Chrome OS zu tun. Auch Apple möchte dies mit dem App Store erreichen, unter anderem auch als mobiles Office-Gerät in Form einer mobilen iWork-Applikation. Alles läuft dementsprechend darauf hinaus, Dauerbrenner wie Microsoft Office nachhaltig von Marktanteilen zu befreien.

Das vergangene Jahr zeigte im Netbook-Markt eine sehr lukrative Schiene, von der die weltweit bekannten Gesichter, Apple und Google, in Zukunft ebenso profitieren möchten. Es wird nun sehr spannend, wer als großer Gewinner hervorgeht. Denn beide zielen auf den selben Markt ab, setzten dabei allerdings auf grundlegend verschiedene Angebote. Einzige Gemeinsamkeit ist der Feldzug gegen den gemeinsamen Feind "Microsoft". TechCrunch nennt sie deshalb Freundfeinde, englisch „frenemies“.

Quelle: TechCrunch
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