Arbeitet Apple an weiterem Tablet Mac mit Mac OS X? PDF Drucken E-Mail

tablet-mac-os-xApple erfüllte vergangenen Mittwoch mit dem Apple iPad im Prinzip die Grunderwartungen an einen Tablet Mac, die bereits seit Monaten bestanden. Einige Insider gingen davon aus, dass Apple zwei verschiedene Tablet Mac enthüllen würde, die sich in erster Linie durch ihr verbautes Display unterscheiden.

Zu dieser Annahme passend, berichtet TechCrunch derzeit aus zweiter Hand, dass Apple bereits seit einiger Zeit still und heimlich an einem weiteren Tablet-Produkt arbeitet. Es soll sich angeblich um einen Tablet Mac handeln, der vielmehr einem Mac, als einem iPhone gleicht. So soll ein Display mit 15,4 Zoll Diagonale, das bisher im MacBook Pro verbaut wird, in diesem zweiten Tablet Mac verbaut werden. Neben dem deutlich größeren Display soll zudem eine modifizierte Version des Mac OS X arbeiten. Nachdem das iPad viel Kritik bezüglich der Funktionen und Einsatzmöglichkeiten einstecken musste, dürfte ein solcher Tablet Mac komplett andere Nutzungsmöglichkeiten einräumen. Auch in puncto iLife als Killer-App eines Tablet Mac.

Steve Jobs hat in den vergangenen Monaten sicherlich eine Vielzahl von Prototypen vor sich gehabt, die niemals das Licht der Öffentlichkeit erblickten, aber dennoch interessanter Natur gewesen sein dürften. Mit Blick auf die WWDC 2010 könnten die Gerüchte um ein deutlich größeres Tablet-Mac-Modell, das dann vielleicht den Namen iSlate tragen könnte, an Bedeutung gewinnen. In den vergangenen Jahren enthüllte Apple immer eine neue iPhone-Generation, womit auch in diesem Jahr zu rechnen ist. Neben dem iPhone ist die WWDC allerdings in erster Linie eine Entwicklerkonferenz, die vor zwei Jahren überraschend unter anderem einen ersten Blick auf Snow Leopard gewährte. Unter Umständen könnte selbiges auch mit dem Nachfolger von Snow Leopard geschehen. Wenn Mac OS X 10.7 offensichtliche Multi-Touch-Komponenten enthält, dürfte klar sein, dass Apple mit Mac OS X in Zukunft noch mehr vor hat. Auch denkbar wäre da ein iMac mit Touchscreen-Display.

Wenn ein Tablet Mac in dieser Form auf den Markt kommen sollte, dann ist mit Anschaffungskosten zu rechnen, die jenseits der 1.000 US-Dollar sind. Dafür könnte dieser Tablet Mac sowohl Laptop als auch Desktop ersetzen, da das leicht modifizierte Mac OS X alle bekannten Mac-Applikationen unterstützt. Alle vorhandenen Accessories für das iPad wären natürlich kompatibel zu seinem großen Bruder, wie immer gegen Aufpreis.

Sehr interessant ist die Tatsache, dass Apple sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von Patenten sicherte, die allesamt den Trend in Richtung “Touchscreen-Computing“ (zu deutsch: Touchscreen-Bedienung) zeigten. Das iSlate, wir nennen dieses mögliche Produkt vorerst so, könnte ein interessantes Produkt zwischen einem traditionellen Laptop und der neuen Art von mobilen Geräten sein. Da rücken Szenarien wie in Minority Report, Star Trek oder auch Star Wars immer näher. Sozusagen Touchscreen-Computer die in Zukunft die traditionellen Produkte verdrängen werden. Das sei aber nur als kleiner Abzweig gesagt.

Wenn die Rede von über 1.000 US-Dollar ist, dann ist die Frage hinsichtlich der verbauten Hardware umso interessanter. Man geht davon aus, dass hier im Gegensatz zum iPad ein Intel-Prozessor werkeln wird. Die verbaute Hardware ist definitiv leistungshungriger, weshalb im Gegenzug die Akku-Laufzeit auf nur noch über 5 Stunden reduziert wird. Apple verfolgt mittlerweile seit längerem den Trend von festverbauten Akkus, die in den MacBooks ein deutlich längeres Durchhaltevermögen versprechen. Die Erfahrungen in diesem Bereich kamen bereits dem iPad zu Gute und dürften dem iSlate sicherlich ebenso hilfreich zur Seite stehen.

Ganz großes Fragezeichen muss man nun hinter die Produktplazierung setzen. Bisher ist das MacBook Air eigentlich der Inbegriff eines mobilen Macs. Der Öffentlichkeit als dünnstes Notebook der Welt vorgestellt, stellte sich doch heraus, dass es aufgrund fehlender Leistung und fehlender Anschlussmöglichkeiten nur bedingt einsetzbar ist. Das iSlate würde dem MacBook Air in die Quere kommen.

Weiteres Problem ist, dass viele Mac-Applikationen grundlegend neuprogrammiert werden müssen. Diese müssen immerhin gewohnt intuitiv auf dem iSlate bedient werden können, ohne das sich der Nutzer durch Schachtelmenüs quälen muss. Insbesondere Mac-Entwickler erhalten dann eine neue Aufgabe, die nochmals einen neuen Markt schaffen dürfte. Sozusagen ein spezieller Tablet-Mac-App-Store, indem Premium-Apps erworben werden können.

Es ist doch sehr spannend zu sehen, dass kurz nach der iPad-Enthüllung die Gerüchte der letzten Monate und Wochen zunehmend brisanter werden. Von Premium-Apps sprach man bereits vor Monaten, die ab 10 US-Dollar angeboten werden sollen. Über das Betriebssystem des Tablet Mac war man sich von Anfang an nicht einig. Die eine Seite ging von einem modifizierten iPhone OS aus und die andere von einem modifizierten Mac OS X. Letztlich bisher auch unkommentiert blieb die Namensgebung des am Mittwoch enthüllten "Apple iPad". Eigentlich waren die Indizien klar auf Seiten des Namen "Apple iSlate". Die kommenden Monate bis zur WWDC werden auf jeden Fall sehr spannend.

Quelle: TechCrunch

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